Das BildungspaketDas Bildungspaket soll Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene unter 25 Jahren für eine gute Bildung und der Teilhabe an Sport, Kultur und Freizeitmöglichkeiten unterstützen. Das Bildungspaket richtet sich dafür insbesonders an Familien, die mit weniger Geld auskommen müssen. Neben der Schulbeförderung und dem nötigen Schulbedarf ermöglicht das Bildungspaket Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an:

  • Sportvereine,
  • Kunst & Musikgruppen,
  • Mittagessen in Kita und Schule,
  • Nachhilfeunterricht, insofern dies zum erreichen wesentlicher Lernziele erforderlich ist,
  • mehrtägiger Klassenfahrten

Seit 1. März 2015 sind die Bildungs- und Teilhabeleistungen auch für Kinder aus Flüchtlingsfamilien verfügbar, um durch Bildung eine Ausgrenzung zu vermeiden.

Wer hat Anspruch auf das Bildungspaket?

Anspruch auf Leistungen des Bildungspakets haben Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren, wenn sie bzw. ihre Eltern

  • Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld),
  • Sozialhilfe,
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
  • Wohngeld oder
  • Kinderzuschlag erhalten.

Wichtig: Auch wenn noch keine der genannten Leistungen bezogen wird, kommt eventuell ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld aufgrund der Bildungs- und Teilhabebedarfe der Kinder in Betracht.

Wo kann das Bildungspaket beantragt werden?

Die Zuständigkeit für die Umsetzung des Bildungspakets ist abhängig vom Wohnort und wird von den Kreisen, kreisfreien Städte und Kommunen organisiert.

Grundsätzlich gilt:

  • Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld bekommt, wendet sich für Leistungen aus dem Bildungspaket in der Regel an das Jobcenter.
    • Auch wer bisher noch keine der Sozialleistungen erhält, aber möglicherweise allein wegen der Bildungs- und Teilhabebedarfe des Kindes einen Anspruch aus dem Bildungspaket haben könnte, sollte sich an das Jobcenter wenden.
  • Für Familien, die Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem AsylbLG erhalten, sind die Jobcenter nicht zuständig. Die Kreise oder kreisfreien Städte (erreichbar z.B. im Rathaus, im Bürgeramt oder in der Kreisverwaltung) nennen diesen Familien den richtigen Ansprechpartner.

Umsetzung des Bildungspakets

Schulbedarf

Der Kostenträger (in der Regel die Behörde wo das Bildungspaket beantragt wurde) überweist insgesamt 100 Euro pro Schuljahr für den persönlichen Schulbedarf des Kindes. Der Betrag wird in zwei Teilzahlungen erbracht:

  1. 70 Euro davon zu Beginn des Schuljahres und
  2. 30 Euro zum zweiten Halbjahr.

Wenn das Kind erst im Verlaufe des jeweiligen Schuljahr erstmalig oder aufgrund einer Unterbrechung des Schulbesuches erneut in eine Schule aufgenommen wird, werden:

  • 70 Euro gezahlt, wenn der erste Schultag in den Zeitraum von August bis Januar des Schuljahres fällt oder
  • 100 Euro gezahlt, wenn der erste Schultag in den Zeitraum von Februar bis Juli des Schuljahres fällt.

Eltern sollten ihre Kinder regelmäßig fragen, ob es alle notwendigen Schulmaterialien für den Unterricht hat. Zum Schulbedarf gehören neben dem Schulranzen und Sportsachen auch Schreib-, Rechen- und Zeichenmaterialien, wie z. B. Füller, Malstifte, Zirkel, Geodreieck, Radiergummi, Schnellhefter, Blöcke, Tintenpatronen und Taschenrechner.

Schulbeförderung

Den Zuschuss zur Schülerbeförderung erhalten Schülerinnen und Schüler, welche die nächstgelegene Schule des gewählten Bildungsgangs besuchen und die auf Schülerbeförderung, z.B. mit dem Bus oder Zug, angewiesen sind, wenn deren Kosten niemand anderes übernimmt und soweit es nicht zumutbar ist, die Aufwendungen aus dem Regelbedarf zu bestreiten (Eigenanteil). Im Wesentlichen betrifft dies Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II (z.B. gymnasiale Oberstufe). Der Eigenanteil (in der Regel in Höhe von 5 Euro monatlich) wird nur angerechnet, wenn das Kind die Monatskarte auch privat nutzen kann. Der Antrag dazu ist im Jobcenter zu stellen.

Mittagessen in Kita, Schule und Hort

Sofern die Kita, die Schule oder die Kindertagespflege (z.B. die Tagesmutter) des Kindes ein regelmäßiges warmes Mittagessen anbietet, können die Kosten in Form eines Zuschusses dafür übernommen werden. Den Zuschuss für das Mittagessen im Hort können gegebenenfalls auch Schulkinder erhalten, wenn die Mittagsverpflegung des Horts in schulischer Verantwortung angeboten wird. Den Zuschuss zum warmen Mittagessen zahlt das Jobcenter beziehungsweise die für das Bildungspaket zuständige Behörde. Der Eigenanteil der Familien liegt bei einem Euro pro Kind und Tag.

Wichtig: Belege für das angemeldete Mittagessen sind aufzuheben und bei der Behörde einzureichen, da diese für eine Kostenübernahme erforderlich sind.

Ausflüge und Klassenfahrten von Kitas und Schulen

Kinder können an ein- oder mehrtägigen Ausflügen teilnehmen, welche durch die Schule, Kita oder Kindertagespflege (z.B. die Tagesmutter) organisiert werden. Wenn ein Tagesausflug oder eine Klassenfahrt geplant ist, sollten diese beim Jobcenter bzw. der für das Bildungspaket zuständigen Behörde zuvor angemeldet werden. Wenn alle notwendigen Voraussetzungen vorliegen, bekommen Leistungsberechtigte dort einen Gutschein oder die Kosten werden direkt übernommen

Kultur, Sport und Freizeit

Grundsätzlich gilt: Das Bildungspaket ermöglicht die Teilnahme in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit. Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres stehen jedem Kind monatlich bis zu 10 € für z.B. Musikunterricht, den Fußball- oder Leichtathletikverein, Tanzkurse, Kunstunterricht oder vergleichbare Freizeiten, zur Verfügung